Franz-Oberthür-Schule > Fahrradwerkstatt

Seit 2013 beschult die Franz-Oberthür-Schule berufsschulpflichtige Asylbewerber*innen und Flüchtlinge. Die Schüler*innen lernen in den zwei Jahren der Berufsintegration vor allem Deutsch, sollen aber auch auf die spätere Teilnahme am Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

SchülerInnen bei der Preisverleihung (Foto: J. Christ)

Im Fahrradprojekt wird dies in der Werkstatt ermöglicht. Ein Fachlehrer, Herr Peter Meyer und eine Deutschlehrerin, Frau Fabienne Hahn, unterrichten die Schüler*innen gemeinsam. Die Schüler*innen reparieren verrostete und lädierte Fahrräder und richten diese wieder für die sichere Nutzung im Straßenverkehr her. Hierbei werden nicht nur wertvolle Ressourcen unseres Planeten geschont, da hier Drahtesel von Spinnweben befreit in neuem Glanz erstrahlen und eine Wiederverwendung finden, die sonst in diversen Kellern verstauben würden. Die Schüler*innen lernen die Mechanik eines Fahrrads kennen, z.B. die Funktionsweise von Bremse und Schaltung oder Dynamo. Des Weiteren haben die Schüler auch den direkten Erfolg ihrer Arbeit vor Augen und erfahren so eine positive Bestätigung ihres Handelns. Während der Werkstattarbeit kommt aber auch das Deutsche nicht zu kurz. Die Schüler erlernen die korrekten Fachbezeichnungen für Werkzeuge und Bauteile, Satzkonstruktionen und einfache Grammatikregeln. Die Anwendungsbeispiele sind vielfältig: der Gabelschlüssel oder der Ringschlüssel sind ein ergiebiger Ausgangspunkt: Wie bildet man zusammengesetzte Nomen? Wie funktioniert das mit den Artikeln? Und was ist das überhaupt? Die Schüler erhalten hier anwendungsbezogenes Wissen und können dies dann für ihr weiteres Berufsleben nutzen.

Herr Ministerialdirigent Walter Gremm überreicht an den stellvertretenden Schulleiter Herrn Ralf Geisler und sein Team der Franz-Oberthür-Schule den ersten Preis (Foto: . https://www.km.bayern.de/lehrer/meldung/7360/innovative-schulprojekte-erhalten-foerderpreise.html)

In den vergangenen Jahren war unser Fahrradprojekt so erfolgreich, dass wir damit bereits den Förderpreis „Innovative Verkehrserziehung in der Schule“ 2020 gewinnen konnten. Damit das erfolgreiche Projekt auch in Zukunft weitergeführt werden kann, suchen wir ständig gebrauchte Fahrräder, um an diesen unsere Schüler*innen zu unterrichten. Es geht dabei einerseits darum, am realen Objekt Reparaturen durchzuführen und so ein Grundverständnis für technische Belange zu entwickeln. Andererseits kann das eine oder andere Fahrrad, das schulisch nicht benötigt wird, an unsere BIK-Schüler*innen weitergegeben werden, die es als persönliches Fortbewegungsmittel nutzen können.

Daher der Aufruf: Vielleicht haben Sie selbst ein älteres, gebrauchtes Fahrrad, das nicht mehr benötigt wird, das ohnehin schon lange irgendwo verstaubt und entsorgt werden müsste. Vielleicht kennen Sie aber auch jemanden, der über ein solches Gefährt verfügt und es zur Verfügung stellen möchte. Wenn dies der Fall sein sollte, so bitte ich Sie, uns ein solches Fahrrad zu überlassen. Selbstverständlich sind wir Ihnen behilflich beim Transport.

Bitte wenden Sie sich an Herrn Peter Meyer (Meyer.Peter@franz-oberthuer-schule.de), wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben. Gerne sind wir auch bereit, die Fahrräder bei Ihnen abzuholen. Danke für jede Unterstützung.

Ralf Geisler, StD und Fabienne Hahn, StRin

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